Sonntag, 2. September 2012

Solidarische Landwirtschaft, Kartoffelkombinat und Gemüse-Kiste

Über eine Freundin bin ich auf das Kartoffelkombinat gestoßen (worden).
Kartoffel-was? Häää....Rohkost und Kartoffeln??? Naja, nicht ganz ;)

Also, hier ganz von vorne!

Ich ernähre mich ausschließlich von biologisch erzeugten Lebensmitteln. Jedoch schaue ich nicht "nur" auf BIO sondern eben noch nach rechts und nach links, sprich, was steckt denn überhaupt hinter BIO???!!!??? 
Denn wenn man sich das europäische Biosiegel so anschaut, ist es alles andere als toll, also ziemlich, ich nenn es mal "verwaschen". Bedenklich finde ich zum Beispiel, dass nach EG-Verordnung ein Betrieb nur "teilumgestellt" auf Bio sein muss, bei den Anbauverbänden ist eine Komplettumstellung Pflicht. Also bevorzuge ich die Anbauverbände, die sich noch höhere Standarts auferlegt haben.
Doch es geht noch weiter, denn Standart hin oder her, wenn ich immer nur Salat aus Italien esse, dann hilft der beste Bio-Gedanke am Ende recht wenig.

Und da kommt das Kartoffelkombinat ins Spiel!







Deren Idee ist diese(von Ihrer Seite geklaut):

Es ist der Aufbau einer unabhängigen, selbst-verwalteten, lokalen Grundversorgung. Keine gewinn- sondern eine gemeinwohlorientierte Unternehmung, eine Genossenschaft, mit der wir versuchen, die Dinge – nach aktuellem Wissenstand und mit viel Freude – möglichst richtig, sinnvoll und mit Liebe zu tun. Wir vom Kartoffelkombinat wollen nicht mehr bloß konsumieren oder nehmen, was man uns vorsetzt. Wir wollen etwas ändern, ganz einfach, weil wir es können, weil wir es so wollen.
Durch Initiativen wie das Kartoffelkombinat haben kleine Betriebe eine echte Perspektive. Wir, die Mitglieder des Kartoffelkombinats, nehmen ihnen den Vermarktungsdruck (etwa durch Abnahmegarantien), geben Planungssicherheit, bauen langfristige Partnerschaften auf, bestimmen mit, was wann wie angebaut und gebacken werden soll und sind somit selbst „Quasi-Produzenten“ statt nur Kunden.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Allgemeine Vorteile

  • Aufbau einer unabhängigen, lokalen Grundversorgung als Gegenmodell zur seelenlosen Industrieproduktion mit ihren Folgen (Raubbau, Ausbeutung, Verschwendung und Vermüllung).
  • Schrittweise Wiedererlangung gesellschaftlicher und persönlicher ökonomischer Souveränität – Ziel sind überschaubare Strukturen, die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglichen und die den Grad der Fremdbestimmung reduzieren.
  • Die Stärkung (existenzgefährdeter) regionaler Kleinbetriebe unterstützt die verantwortungsvolle, ökologische Landwirtschaft und leistet einen Beitrag zu einer Gemeinwohlökonomie.
  • Wissen und Kulturtechniken werden weitergegeben, bevor sie unwiederbringlich verloren gehen.
  • Aktiver Umweltschutz z.B. durch Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger, Vermeidung von beheizten Gewächshäusern, kurze Transportwege, …
  • Weniger Lebensmittelverschwendung: keine Handelsklassen, keine Verluste in der Handelskette, keine Überproduktion, keine “Ladenhüter”
  • Einbindung in eine Gemeinschaft von “Gleichgesinnten”
Persönliche Vorteile
  • Transparenz: man weiß ganz genau wo sein Gemüse, Brot, etc. herkommt
  • Vertrauen: man lernt die Menschen persönlich kennen, die unsere Lebensmittel produzieren
  • Frische und Geschmack: ohne lange Transportwege, Kühlketten und Lagerung kommt höchste Lebensmittelqualität direkt vom Feld auf den Teller und man ernährt sich gesünder
  • Saisonale Highlights: Vorfreude auf Gemüse im Laufe der jeweiligen Jahreszeiten; man bekommt wieder ein Gefühl für die saisonale Verfügbarkeit der Produkte und dadurch eine neue Wertschätzung für natürliche Zusammenhänge
  • Mitmachen: man kann auch selbst Hand anlegen (z.B. Kartoffelernte, Hoffeste)
  • Seminare, Workshops und Veranstaltungen: z.B. Wissen und Fertigkeiten rund um Lebensmittel, Lagerung und Zubereitung
  • Mitgestaltung: als Genossenschaftsmitglied hat man die Möglichkeit, die Unternehmung Kartoffelkombinat aktiv mitzugestalten.
Gegründet wurde das Kartoffelkombinat von den beiden Quereinsteigern Simon und Daniel.

Natürlich gibt es nicht nur hier in München solche Projekte, auch in allen anderen Teilen der Republik findet man diese. Infos dazu hier und hier.

Noch ist so eine Art der Landwirtschaft eher selten, doch die Bewegung in diese Richtung steigt stetig an!
Ich finde sie gut und auf alle Fälle unterstützenswert.

Und hier nun der Blick in meine erste Kiste, die letzte Woche bei mir ankam.

Enthalten waren:
Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Zucchini, Salat, Gurke, Bundzwiebeln



Diese Woche gab es:
Fenchel, Zwiebeln, Auberginen, Tomaten, gemischte Chilis, Salat, Gurke, Ruccola und noch ein Kartoffelkombinat-Kartoffeldruck mit Rezept und aktuellen Info´s über das Projekt selbst.
Zu finden ist das Kartoffelkombinat auch auf Facebook.

Sodala Ihr Lieben, auf auf, unterstützt die Bauern in Eurer Region, damit wir so der Massenproduktion Paroli bieten und uns von ihr unabhängig machen :D

Liebe und solidarische Grüße ;)
Miriam

Kommentare:

  1. Liebe Miri, lieber Martin!

    Kennt ihr denn auch das hier schon!?

    www.oekokiste-münchen.de

    Liebe Grüße und Bussal an Miri :D

    Andrea

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    1. Hi Andrea,
      die kenn ich: http://www.oekokiste.de/oekokiste-muenchen.html
      die meinst oder?
      Da gabs mal nen Preisausschreiben an der Uni, da hab ich eine Gratis-Kiste von denen gewonnen...!! War wohl der einzige der an den Bio Stand hin ist und ne Karte ausgefüllt hat. Anders kann ich mir das Glück nicht erklären P:

      Vom Salat bzw. Spinat war ich NICHT überzeugt. Alles andere war sehr gut!
      Cheers, Martin

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    2. Huhu Andrea,

      das mit dem Kartoffelkombinat geht halt noch einen Schritt weiter als die Ökokisten, sprich dort werden die Lebensmittel nicht weggeschmissen, weil sie zu klein, groß, krumm oder sonst was sind, sondern werden ebenfalls verkauft (ich sage nichts zu unseren Gurken ;) -Insider ).
      Das heißt dann, der Gemüsebauer kann sich letzen Endes vom Großhandel entfernen und hat trotzdem seine Abnehmer, die auch noch direkt und nicht über (Großhandesl-)Umwege ihre Ware erhalten :D

      Bis Mittwoch in aller Frische ;)
      Miriam

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